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Viren

Flügeldeformationsvirus (DWV, Deformed Wing Virus)

Das Flügeldeformations-Virus (DWV) wird meistens bei gleichzeitigem Varroabefall nachgewiesen.
Die Viren von Flügeldeformations-Virus (DWV), Acute Bee Paralysis Virus (ABPV), Sackbrutvirus (SBV) und Kahmir Bee Virus (KBV) verwenden die Varroamilbe als Vektor.
Ausserdem kann sich das DWV in der Varroamilbe vermehren.

Infektion
Bienen: Die Übertragung erfolgt unter Bienen horizontal über Kot, durch Kannibalismus oder auf oralem Weg und vertikal von Eltern zu Nachkommen. Dies geschieht sowohl auf der Ebene Volk (schwärmen) als auch auf individueller Ebene (Eier legen).
Varroamilbe: Durch die Einstichstelle der Varroamilbe öffnet diese den Viren eine Eintrittspforte.

Verlauf
Der Aktionsmodus des Virus im Gewebe von Bienen ist nicht bekannt.

Ausbreitung
Biene: Durch Verflug und Räuberei, durch Schwärme und Drohnen, die in fremde Völker einfliegen.
Imker: Durch Austausch von Brutwaben, Bienen und das Vereinen von Völkern, durch Bienentransporte.

Schädigung
Brut und Biene: Flugaktivität und Lernfähigkeit der Arbeiterinnen sind eingeschränkt und die Lebensdauer verkürzt. Bei starkem Befall schlüpfen Bienen mit verkürztem Hinterleib und verkrüppelten Flügeln.
Volk: In Verbindung mit anderen Infektionen können sich die Völker schleppend entwickeln oder zugrunde gehen.
Diese offensichtlichen Schäden treten scheinbar nur auf, wenn das DWV von der Varroamilbe übertragen wird. Ohne Milben wird das Virus ebenfalls übertragen, bleibt aber nur lange Zeit latent und ohne sichtbare Symptome vorhanden.

Natürliche Abwehr
Keine bekannt.


Sackbrut

Das Sackbrut-Virus (SBV) wird durch den Erreger Morator aretatulea ausgelöst und tritt zwischen April und September auf. Betroffen ist die Arbeiterinnen-, Königinnen- und Drohnenbrut, und adulte Arbeiterinnen.

Infektion
Die Übertragung erfolgt mit der Aufnahme von kontaminiertem Pollen wie auch beim Ausräumen der befallenen Brutzellen durch die Putzbienen. Dabei reissen sie die mit Hautflüssigkeit gefüllte Hauthülle der Larve auf, in der hoch infektiöse Sackbrutviren enthalten sind. Die Viren vermehren sich in den Futtersaftdrüsen der Ammenbienen, welche mit dem Futtersaft die jungen Larven infizieren.

Verlauf
Sobald die Zellen verschlossen wurden, sterben die Larven ab und werden zu einem mit Flüssigkeit gefüllten Säckchen.  Die infizierten Larven ändern die Farbe von Perlweiss zu einem Hellgelb. Die Arbeiterinnen erkennen die Larven und räumen diese aus den Zellen, womit sie das Virus wieder aufnehmen und weitergeben.

Ausbreitung
Biene: Durch Verflug und Räuberei.
Imker: Durch Austausch von Brutwaben und das Vereinen von Völkern.

Schädigung
Brut: Das Sackbrutvirus stört den Häutungsprozess, indem sich zwischen der alten Larvenhaut und der neu gebildeten Puppenhaut Flüssigkeit ansammelt. Die Brut stirbt ab.
Volk: In Verbindung mit anderen Infektionskrankheiten entwickeln sich die Völker schleppend oder gehen zugrunde.

Natürliche Abwehr
Es kommt oft zu einer spontanen Heilung. Das Virus ist nach wenigen Wochen nicht mehr infektiös.