Seit Wochen Sommerwetter. Die Bise verstärkt den Eindruck der Trockenheit. Nur die Kühle der Nacht erinnert daran, dass es erst Mitte April ist. Zum massiven Pollenflug mischt sich zusätzlich Saharastaub. Trotzdem tragen die Bienen fleissig Nektar ein ... wie lange noch?
Die Völker sind in der Entwicklung der Zeit voraus. Die Honigzargen sind aufgesetzt und das Trachtangebot ist gut. Stark entwickelte Völker müssen bereits auf den Schwarmtrieb beobachtet werden. Es können Brutableger erstellt werden um den Druck in den Wirtschaftsvölkern zu reduzieren.
Vor einer Woche kamen die Bienen mit den Futterreserven an ihre Grenzen. Während in der Stadt die Tracht bereits eingesetzt hatte, war auf dem Land das Futterangebot für die Bienen noch mager.
Das schöne und warme Frühlingswetter beschert uns nun blühende Obstbäume, Löwenzahn- und Rapsfelder. Alles gleichzeitig und intensiv. Wenn sich das nur nicht rächt...
Die Bienen entwickeln sich prächtig und dies schon sehr früh im Jahr. Der milde Winter trägt dazu bei. Die Bienendichte auf den Waben hilft Kältephasen problemlos zu überbrücken.
Dicht besetzte Wabe mit verdeckelter BrutDicht besetzte Wabe mit verdeckelter BrutGuter Wärmehaushalt durch Bienenmasse
Nach der Schlechtwetterphase stand eine Kontrolle der Bienenvölker auf dem Tagesplan. Insbesondere wollte ich wissen ob die Drohnenwaben bereits ausgebaut wurden. Zu meinem Erstaunen hat die Kälte die Bienen nicht daran gehindert fleissig auszubauen. Noch besser, die Drohnenwaben haben bereits verdeckelte Drohnenbrut.
Sofern das Wetter mitspielt, sind dies gute Voraussetzungen um beim einsetzen von Tracht die Honigräume aufzusetzen. Bis es soweit ist, kann aber noch viel passieren.
Wie wichtig die Wasserversorgung für die Bienen ist, zeigt das untenstehende Bild. Bei bissiger Bise und Temperaturen bei maximal 5° C fliegen die Bienen fleissig die Wasserstelle an. Voraussetzung dazu ist Sonneschein.
Merke: Sobald möglich eine Wasserstelle einrichten. Diese darf niemals austrocknen, sonst suchen sich die Bienen eine andere Möglichkeit. Die Tränke soll sich nicht im Flugkorridor der Bienen befinden (verkotung).
Die Sonne hat bereits Kraft und es lohnt sich die heimkehrenden Bienen zu beobachten. Mit bepackten Pollenhöschen navigieren die Arbeiterinnen zur "Homebase" wie Harrier der Royal Air Force. Calm down ...
Es werden bereits Pollen eingetragen. Jetzt die Fluglöcher beobachten und die Futterreserven schätzen. Ist kein reger Flugverkehr zu beobachten, muss das Volk geöffnet werden. Ist das Bienenvolk tot, sofort das Flugloch schliessen um Raub zu vermeiden.
Überprüfe die Futterversorgung in den Völkern. Ersetze leere Futterwaben durch volle und platziere diese direkt am Brutnest. Stehen keine Reserve-Futterwaben zur Verfügung, lege Futterteig direkt auf die Wabenschenkel auf.
Fluglochbeobachtung - Reger Flugverkehr und eintragen von Pollen ... alles i.O.Pollensammlerin